Hoffnung durch Technik?

Santa Meyer-Nandi mit Dr. Anna Katharina Meyer

Positive Beispiele für KI in Nachhaltigkeit & sozialer Gerechtigkeit

Wir sprechen oft über Risiken von Künstlicher Intelligenz – zurecht. Doch manchmal tut es gut, auch den Blick zu heben und zu fragen: Wo gelingt es eigentlich schon? Wo wird KI so eingesetzt, dass sie echten gesellschaftlichen und ökologischen Mehrwert schafft – jenseits von Effizienzgewinnen oder PR-Schlagzeilen?

In diesem Beitrag teilen wir – Anna und ich – einige Beispiele, die uns Mut machen. Weil sie zeigen, dass Technologie nicht neutral ist, sondern eine Frage von Werten, Gestaltung und Kontext. Und weil sie andeuten, was möglich wird, wenn wir KI als Werkzeug für mehr Gerechtigkeit, Teilhabe und Resilienz verstehen.

1. KI für Klima & Biodiversität: Vom Satellitenbild zum Schutzgebiet

In verschiedenen Regionen der Welt wird KI bereits genutzt, um den Verlust von Biodiversität zu stoppen – zum Beispiel durch die Auswertung von Satellitendaten, um illegale Abholzung frühzeitig zu erkennen. Initiativen wie Rainforest Connection arbeiten mit lokalen Gemeinschaften, um mit akustischen KI-Systemen Motorsägen oder Tierlaute zu identifizieren – und so Ökosysteme zu schützen, bevor der Schaden eintritt.

Auch in der Landwirtschaft zeigt KI ihr Potenzial: Precision Farming kann Wasser, Dünger und Energie gezielter einsetzen – und damit nicht nur Emissionen senken, sondern auch kleine landwirtschaftliche Betriebe widerstandsfähiger machen.

2. KI für mentale Gesundheit & soziale Dienste – wenn der Mensch im Zentrum bleibt

In Ländern wie Kanada oder Finnland wird KI genutzt, um soziale Dienste zugänglicher und schneller nutzbar zu machen – etwa durch Chatbots, die erste Orientierung in Krisensituationen bieten. Wichtig ist für uns dabei: Diese Systeme funktionieren nur dann verantwortungsvoll, wenn sie mit Betroffenen entwickelt wurden – und wenn sie echte Unterstützung bieten, nicht menschliche Begleitung ersetzen.

Auch im Bereich mentaler Gesundheit entstehen neue Tools, die niedrigschwellige Angebote machen – etwa KI-gestützte Journaling-Apps oder Frühwarnsysteme bei Überlastung. Natürlich braucht es hier ethische Leitplanken. Aber es zeigt sich, dass Technologie auch dort Raum schaffen kann, wo bislang wenig Unterstützung vorhanden war.

3. KI im Dienste von Gerechtigkeit: Von fairer Sprache bis zu Anti-Bias-Systemen

Was uns besonders fasziniert: KI kann nicht nur Probleme reproduzieren, sondern sie sichtbar machen – und in manchen Fällen dabei helfen, sie zu lösen.

Ein Beispiel ist Textio: Die Plattform hilft Unternehmen, Stellenausschreibungen inklusiver zu formulieren. Die KI erkennt Formulierungen, die unbewusst bestimmte Gruppen ausschließen – etwa Frauen, nicht-binäre Personen oder Menschen mit Migrationserfahrung. So wird Sprache zur Stellschraube für mehr Teilhabe.

Ein anderes Beispiel ist die Initiative Data for Black Lives: Hier wird KI genutzt, um strukturelle Diskriminierung – etwa bei der Kreditvergabe, Polizeikontrollen oder Wohnraumverteilung – sichtbar zu machen und politisch anzugehen.

4. KI als Verstärker für Systemwandel – aber nicht ohne uns

Was uns an all diesen Beispielen begeistert: Sie zeigen, dass KI nicht nur innerhalb eines Unternehmens oder Sektors wirkt – sondern systemische Relevanz entfalten kann. Als Brücke zwischen Disziplinen. Als Verstärker für partizipative Prozesse. Als Werkzeug für mehr Verbindung zwischen Mensch, Gesellschaft und Planet.

Aber sie zeigen auch: Damit KI wirklich zum Instrument für Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit wird, braucht es klare Rahmenbedingungen, ethische Orientierung – und ganz bewusst auch Räume für Zweifel und Nachjustierung.

Was wir daraus lernen:

  • Technologie kann zuhören – wenn wir sie so gestalten.

  • Wirklich gute Lösungen entstehen dort, wo Menschen lokal verwurzelt, aber global verbunden agieren.

  • Systemwandel braucht keine perfekte KI – sondern eine, die mit uns lernt.

Wo wir gern mehr KI-for-Good-Initiativen sehen würden

So inspirierend diese Beispiele sind – sie sind noch zu selten. Wir wünschen uns mehr KI-Initiativen genau dort, wo gesellschaftliche Hebel entstehen können:

  • in kommunalen Strukturen, z. B. für faire Verteilung von Sozialleistungen,

  • im Bildungssystem, um Benachteiligungen frühzeitig sichtbar zu machen,

  • in der Pflege und Prävention, mit Fokus auf Würde statt Überwachung,

  • im globalen Süden, wo oft das Know-how vorhanden ist, aber die Infrastruktur fehlt,

  • und nicht zuletzt in der Klimakommunikation, wo KI helfen könnte, Brücken statt Fronten zu schaffen.

Wir glauben: Wenn wir KI nicht als technologische Revolution verstehen, sondern als Einladung zum Mitdenken – dann kann sie zu einer echten Transformation beitragen.

Einladung zum Mitgestalten

Bei FindingSustainia arbeiten wir genau an diesen Schnittstellen: zwischen Technologie, Systembewusstsein und echter Wirkung. Wir begleiten Organisationen, die KI nicht nur „nutzen“, sondern sinnstiftend integrieren möchten – im Sinne von ESG, aber auch darüber hinaus: mit Mut, Klarheit und Kompass.

Wenn du in deiner Organisation KI für Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit einsetzen möchtest – und dabei Werte und Struktur suchst: Wir sind gern da.

Fazit:


KI ist kein Heilsbringer – aber sie kann ein Verstärker für das Gute sein. Vorausgesetzt, wir gestalten sie gemeinsam – mit Bedacht, mit Weitblick und mit denen, die sonst oft nicht gehört werden.

In Vorfreude auf deine Gedanken, Kommentare und Hinweise,

Santa mit Anna

Autorin

Santa Meyer-Nandi

Mit-Gründerin

Santa ist internationale Umweltjuristin, Leadership-Coach und Mitgründerin von FindingSustainia. Als Vorstandsmitglied des Climate Innovation Fund Stuttgart gestaltet sie systemische Strategien für skalierbare, regenerative Lösungen mit.

Ihre Arbeit verbindet Klimapolitik, emotionale Intelligenz und zyklisches Leadership, um Wandelträger:innen und Institutionen langfristig wirksam zu halten – auch inmitten von Komplexität und Krisen.

Unter dem Ansatz Be the System Shift™ begleitet sie gemeinsam mit Dr. Anna Katharina Meyer Programme, die Transformation auf individueller und systemischer Ebene ermöglichen – unter anderem mit Fortune-500-Unternehmen, der ESSEC Business School sowie Netzwerken des Club of Rome und SchuleWirtschaft.

Co-Autorin

Dr. Anna Katharina Meyer

Mit-Gründerin von FindingSustainia

Mit FindingSustainia steigert Anna die Wirksamkeit von Führungskräften in der nachhaltigen Transformation – durch starke Netzwerke, kollaborative Lösungsräume, Podcast-Impulse und Mastermind-Formate.
Anna ist Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft Club of Rome und Mitglied im DIN-Expertenforum Sustainable Finance. Mit capacura unterstützt sie Impact Startups in ihrer Innovationstätigkeit.
Strategie & Sustainable Leadership | Systemische Steuerung | Impact & Resilienz

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